Häufige Fragen

 

Winter und Sommer – sind die Kinder wirklich immer draußen?

Ja. Mit der richtigen Kleidung ist das kein Problem! Im Winter sorgen die Betreuer durch aktionsreiche Spiele, dass die Kinder in Bewegung und dadurch warm bleiben. Im Sommer zieht es die Kinder ganz von allein in den Schatten – nur Erwachsene sitzen bei 30°C freiwillig in der prallen Sonne…

Ständig draußen – ist das gut oder schlecht für mein Kind?

Mehrere Studien belegen : „Der Aufenthalt in der Natur trägt maßgeblich zum körperlichen und seelischen Wohlbefinden der Kinder bei. Das Immunsystem wird durch den Aufenthalt in der frischen Luft gestärkt. Waldkindergartenkinder erkranken seltener an Erkältungen als im Regelkindergarten.“ Ein wohl trainiertes Immunsystem minimiert auch das Risiko allergischer Reaktionen. Desweiteren bewirkt die ständige Konfrontation mit dem unebenen und nicht aufgeräumten Waldboden ein Training des Gleichgewichtssinnes und der Grobmotorik. Nicht zuletzt deshalb liegt die Unfallgefahr bei Waldkindergärten unterhalb derer von „Gebäude“-Kindergärten, bei denen doch jeder Stab des Treppengeländers laut DIN Norm sicher ist. Das hängt aber eventuell auch mit einem anderen Gefahrenbewußtsein der Waldkindergartenkinder zusammen.

Gibt es nicht eine hohe Verletzungsgefahr im Wald?

Kinder lernen durch die ständige Bewegung im Wald auf verschiedensten Untergründen das Abfangen, Fallen, Aufrichten und Klettern. Außerdem können sie sich durch diese Erfahrungen besser selbst einschätzen, z.B. beim Klettern auf Bäume. Durch die Übung entsteht eine Stärkung des Gleichgewichtsvermögens und der Koordinationsfähigkeit. Dadurch sind die Kinder insgesamt vor Unfällen besser geschützt. In Notfällen sind wir in Erster Hilfe geschult und haben sowohl eine Erste-Hilfe-Ausrüstung sowie auch ein Handy dabei.

Wo gehen Waldkindergartenkinder eigentlich auf’s Klo?

Jeder der benutzten Waldplätze verfügt über einen vorher bestimmten und räumlich klar definierten „Toilettenplatz“.

Was isst mein Kind zu Mittag?

Jedes Kind bringt sein warmes Essen von zuhause in einem Isolierbehälter (Henkelmann) mit.

Welche Kleidung braucht mein Kind?

Gerne geben wir Ihnen in einem persönlichem Gespräch unsere jahrelange Erfahrung weiter.

Lernen die Kinder auch malen, schneiden und still sitzen?

Malen mit einem Ast im Sand – mit einem Stift auf Papier. Malen mit einem Pinsel am Baum (natürliche und abwaschbare Kreidefarbe) – einem Pinsel an einer Staffelei. Schnitzen mit einem Messer – schneiden mit einer Schere. Still sitzen und ein Eichhörnchen beim Sammeln beobachten – still sitzen, um etwas am Tisch zu basteln. Der Waldkindergarten bietet beide Variationen: Die eine verstärkt im Sommer draußen, die andere vor allem im Winter drinnen.

Bereitet der Waldkindergarten mein Kind auf die Schule vor?

Untersuchungen in Folge des PISA-Schocks haben gezeigt, dass Waldkindergartenkinder sogar besonders gut in der Schule zurechtkommen, weil sie viel intensivere Anregungen bekommen haben. Die großen Kinder der Gruppe werden im letzten Kindergartenjahr immer wieder gezielt gefördert.

Frage an die Schulleitung der katholischen Grundschule Voiswinkel

Wie kommen denn die Waldkinder bei Ihnen in der Schule zurecht?

Frau David: Eigentlich gibt es da eine ganz einfache Antwort: Super!!!                               

Seit vielen Jahren kommen regelmäßig Kinder aus dem Wald zu uns in die Schule und der Eindruck hat sich längst mehrfach bestätigt: Der Waldkindergarten bereitet die Kinder gut auf die Schule vor. Die Kinder kommen mit einer großen Neugier, einem umfangreichen Wissen über die Natur und die Welt, reicher Fantasie und Ausdrucksfähigkeit auf sprachlichem sowie künstlerischem Gebiet. Grobmotorik und Feinmotorik, Gleichgewichtssinn und Körperbeherrschung sind gut entwickelt. Lernfreude und Ausdauer auch bei schwierigen Aufgaben sind wichtige Vorraussetzungen für das schulische Lernen. Besonders hervorheben möchte ich noch die hohe Sozialkompetenz der Waldkindergartenkinder. In vielen kleinen Situationen fallen mir Verhaltensweisen auf, die das Zusammenleben der Kinder untereinander vereinfachen und bereichern. Ganz selbstverständlich einigen sie sich oft über Spielregeln oder Rollenverteilung, wechseln sich ab und helfen einander. In einem guten sozialen Klima kann die persönliche Energie eines jeden Kindes auf den zu erarbeitenden Unterrichtsinhalt verwendet werden. Der Kopf ist frei für den Lernstoff. Die Konzentrationsfähigkeit und Aufmerksamkeitsspanne sind erfreulich gut ausgebildet. In jedem Jahrgang haben wir in den Klassen auch Kinder mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen. Es war bisher noch nie ein Problem für Waldkinder, andersartige oder gerringere Begabungen zu tolerieren. Ganz selbstverständlich arbeiten sie mit jedem zusammen und können sich auf andere Kinder einstellen.